Schloss Villa Ludwigshöhe in Edenkoben

Vorübergehende Schließung für zwei Jahre, Land investiert insgesamt 11 Mio. Euro.

Anfang 2020 beginnt die abschließende Bauphase der Sanierung der Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben. Während dieser ist eine zweijährige Schließung unumgänglich. Während der Bauarbeiten werden auf der Villa punktuell Kulturveranstaltungen und Baustellenführungen stattfinden Die Wiedereröffnung soll zu Beginn der Sommersaison 2022 erfolgen.

Insgesamt investiert das Land von 2012 bis 2022 rund 11 Mio. Euro in das für den Bayern-König Ludwig I. im italienisch-klassizistischen Stil erbaute Sommer-Schloss. 2012 und 2013 wurden bereits 780.000 Euro für kleinere Maßnahmen ausgegeben. Für den Zeitraum 2015 bis 2022 sind 10,3 Mio. Euro veranschlagt, von denen bislang rund 3,5 Mio. Euro investiert wurden. Schwerpunkte der kommenden Arbeiten, die von der Niederlassung Landau des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung durchgeführt werden, sind eine umfangreiche Fenster- und Fassadensanierung sowie Brandschutzarbeiten, die Neugestaltung der Außenbereiche und der weitere Ausbau der Barrierefreiheit.

Rund 150 große Fenster werden ausgebaut und in Abstimmung mit der Landesdenkmalpflege restauriert. Die derzeit dunkel gestrichenen Fenster erhalten einen hellen Neuanstrich entsprechend dem Erstanstrich aus der Bauzeit vor rund 170 Jahren. Auch die rund 300 Holzklappläden im Inneren werden abmontiert, wo notwendig ausgebessert und neu gestrichen. In allen Geschossen wird der Brandschutz durch den Einbau einer flächendeckenden Brandmeldeanlage, neuer Brandschutztüren und Feuerlöschleitungen auf den aktuellen Stand gebracht. Im Gebäudeinneren erfolgen weitere Restaurierungs-, Putz- und Malerarbeiten.

Weiterhin wird die Außenfassade neu verputzt und gestrichen und eine Pergola auf der Nord-Ost-Terrasse rekonstruiert. Die Außenbereiche einschließlich des Eingangs werden barrierefrei erschlossen, das Brunnenumfeld wiederhergestellt und die Wegebeläge erneuert. Es erfolgt eine behutsame Neugestaltung der Freianlagen mit dem Ziel, die besonderen Qualitäten der Villa Ludwigshöhe herauszuarbeiten und ihre Lage in einer weitestgehend naturbelassenen Umgebung entsprechend der historischen Gestaltungsabsicht wiederherzustellen. Daher ist keine parkartige Gestaltung geplant. In direkter Nähe der Villa werden neue Parkplätze für mobilitätseingeschränkte Menschen errichtet, weitere Parkplätze für Bedienstete sowie die Busparkplätze werden umgestaltet. Die Zufahrt zur Rietburg-Sesselbahn wird auch künftig für den Lieferverkehr befahrbar sein.                                                         

Die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) wird ab Ende des Besucherverkehrs (historische Schauräume ab 04.11 und Max Slevogt-Galerie ab 25.11.) damit beginnen, das Schloss Villa Ludwigshöhe weitgehend zu räumen. Hierbei werden die Kunstwerke der Max-Slevogt-Galerie im Depot des Landesmuseums Mainz eingelagert. Das historische Mobiliar der Ludwigshöhe wird in Depotflächen der GDKE zwischengelagert. Die keramische Sammlung wird in der Villa verbleiben und entsprechend geschützt und gesichert. Die interessierten Bürgerinnen und Bürger sollen auch während der Schließungszeit die Möglichkeit haben, dieses kulturelle Erbe des Landes im Rahmen eines Kulturprogramms erleben zu können. Hierfür werden in Kooperation mit der Villa Musica im kommenden Jahr und darüber hinaus Konzerte auf der Ludwigshöhe stattfinden. Weiterhin können sich Besucherinnen und Besucher bei Baustellenführungen im Schloss aufhalten und auch einen Überblick über die aktuellen Arbeiten gewinnen. Sobald die Terminierungen hierfür vorgenommen sind, wird die GDKE die Öffentlichkeit über dieses Programm detailliert informieren.

Die laufenden Sanierungsarbeiten erfolgten bislang nur in der jährlichen Winterschließzeit sowie während der Saison an den Schließtagen, um den Publikumsverkehr in der Sommersaison nicht zu beeinträchtigen. Hierbei wurde zur barrierefreien Erschließung ein Aufzug über alle drei Geschosse eingebaut, es erfolgte die weitgehende Modernisierung der Elektrik, Sanitäranlagen wurden erneuert, Dusch- und Umkleidemöglichkeiten für die Bediensteten geschaffen, eine weitere Behindertentoilette errichtet und die Brandschutzarbeiten begonnen. Der Kassenbereich wurde vom Seiten- an den Haupteingang zurück verlegt und so die ursprüngliche Entree-Situation mit dem repräsentativen Treppenaufgang neu belebt.



BSA